Gender Medizin. Braucht Frau andere Medizin als Mann?

Die Gender oder personalisierte Medizin erforscht biologische und psychosoziale Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die sowohl das Gesundheitsbewusstsein als auch die Entstehung und Wahrnehmung von Krankheiten und den Umgang damit betreffen.

Frauen und Männer unterscheiden sich nicht nur durch ihre Genetik und ihre Geschlechtsorgane. Herz, Kreislauf, Stoffwechsel – viele Körperfunktionen sind bei den Geschlechtern unterschiedlich, Krankheiten äußern sich durch verschiedene Symptome und Medikamente wirken anders.

Kurzum: Die Berücksichtigung biologie-basierter und psychosozialer Voraussetzungen ist für eine optimierte Behandlung von Vorteil.

Unterschiedliche Symptome und Risikofaktoren

Ein Beispiel liefert die Entwicklung einer Typ 2 Diabetes. Die Risikofaktoren sind bei Männern und Frauen unterschiedlich zu bewerten. Bei Frauen erhöht ein Schwangerschaftsdiabetes das Risiko für Typ 2 Diabetes um das 7‑fache. Bei Männern ist unter anderem auch eine erektile Dysfunktion als Risikofaktor zu werten.

Ebenso finden sich Unterschiede in Diagnose und Therapie bei Herz-Kreislauferkrankungen. Männer haben laut Statistik bessere Überlebenschancen bei Herzinfarkt, da die Symptome schnell erkannt werden. Frauen zeigen oft weniger dramatische Symptome. Der stechende Brustschmerz, der in den linken Arm ausstrahlt, bleibt bei Frauen häufig aus. Stattdessen erleben sie Übelkeit. Diese Faktoren müssen berücksichtigt werden, um die richtige Diagnose stellen zu können.

Medikamente wirken anders

Männer und Frauen unterscheiden sich sowohl im Körperbau als auch hormonell. Dies hat zur Folge, dass Medikamente oftmals unterschiedlich wirken. Insbesondere haben die weiblichen Sexualhormone Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Arzneimitteln. Auch die Nebenwirkungen können unterschiedlich ausfallen. Ideal ist eine individuelle Dosierung der Wirkstoffe abhängig von Geschlecht, Körpergewicht und Alter.

Zukunft der Arzneimittelforschung

In den vergangenen 20 Jahren setzte sich die Erkenntnis durch, dass das biologische Geschlecht einen erheblichen Einfluss auf Gesundheit und Krankheit und, damit verbunden, auch auf die Wirksamkeit medikamentöser Therapien hat. Die Gendermedizin hat sich zum Ziel gesetzt, pharmakologische Wirkungen zukünftig nach Geschlechtern getrennt zu betrachten und mehr Frauen in klinischen Arzneimittelstudien zu berücksichtigen.

Geschlechtsspezifische Dosierungsempfehlungen bei Neuzulassungen und eine Anpassung bereits zugelassener Medikamente sollen in Zukunft eine präzisere, individuell abgestimmte Therapie ermöglichen.

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