Faszien - faszinierendes Gewebe

In den letzten Jahren hat sich ein extremer Hype um Faszien in unserem Körper und deren Behandlung entwickelt. Vor wenigen Jahren kannte wohl kaum jemand eine Faszienrolle, einen Faszienball oder eine Faszienbehandlung.

Faszien sind feine, zähe bindegewebige Häute und hüllen beim Menschen die Muskeln ein und erlauben es, einzelne Muskeln voneinander abzugrenzen. Fasziales Bindegewebe erfüllt außer der Funktion der Trennung der Muskeln weitere wichtige Aufgaben. Denn auch die Lymphflüssigkeit wird zwischen den Faszien abgeleitet. Diese Flüssigkeit transportiert sowohl Abbauprodukte aus unseren Zellen, als auch wichtige Aufbaustoffe zu den Zellen.

Faszien erfüllen zahlreiche Aufgaben

Die menschlichen Faszien umhüllen ausnahmslos jeden Muskel, jeden Knochen, unsere Organe und selbst die Nerven. Dieses Bindegewebe ist als ein Geflecht von sich überlagernden, nahtlos ineinander übergehenden, derben Häuten zu verstehen. Faszien können im Körper hauchdünn oder mehrere Millimeter stark sein. Sie sind zahlreich mit sympathischen Nervenendungen durchsetzt. Über diese Nervenendungen wirken die Faszien auf unser vegetatives Nervensystem z.B. auch auf die Atmung, Verdauung, einzelne Organe und auch Muskeln wie die inneren Augenmuskeln.

Die Faszienspannung wird u.a. vom Nervensystem beeinflusst. Stress kann die Grundspannung unserer Faszien steigern. Doch auch das Gegenteil ist richtig. Stehen unsere Faszien unter hoher Spannung, fühlen wir uns gestresst und finden keine innere Ruhe.  

Auch für die menschliche Gesamtbeweglichkeit sind die Faszien entscheidend. Durch psychischen Stress, Operationen, Schonhaltungen sowie Bewegungsmangel und falschen Gebrauch des Körpers verkürzen und verhärten sich Faszien. Sie werden im Körper umgebaut. Der Grundtonus erhöht sich um ein Vielfaches und sie werden dadurch starr und unbeweglich. Auf Grund dessen verlieren sie ihre Gleitfähigkeit. Dadurch wird der Bewegungsspielraum unserer Muskulatur und unserer Gelenke dauerhaft und oft auch schmerzhaft eingegrenzt.

Faszien erzeugen durch Dehnspannung Kräfte und leiten diese im Körper weiter. Muskeln verstärken die Kräfte um ein Vielfaches. Dabei gilt die Gleichung: Je elastischer die Faszien im Körper sind, umso mehr Kräfte werden erzeugt und übertragen. Sie dienen dabei als Energiespeicher.

Viele Nervenzellen

Für die meisten Menschen ist es auch überraschend zu erfahren, dass unsere reichhaltigsten Sinnesorgane auf keinen Fall Augen, Ohren, Nase oder Haut sind. Sondern unsere Muskeln mit deren Faszien und Nervenendungen. In Faszien befindet sich die größte Anzahl an Rezeptoren und Nervenzellen, die unser Gehirn mit Sinnesempfindungen überschütten.

Faszien formen unseren Körper

Doch Faszien können noch mehr. Sie formen unseren Körper und sind maßgeblich für sein Erscheinungsbild verantwortlich. Faszien bilden eine veränderliche Grundmatrix. Diese passt sich über Wochen und Monate den unterschiedlichen Belastungen des Körpers an. Verändert man durch manuelle Therapie die Lage der Muskeln und die Gleitfähigkeit der Faszien, ändert sich oft spontan die Form des behandelten Körperteils und dessen Beweglichkeit nimmt zu.

Dazu kommt, dass alle Faszien untereinander in Verbindung stehen und Spannungen und Unbeweglichkeiten in andere Körperteile übertragen. Deshalb kann eine verkürzte oder verklebte Wadenfaszie über die Beine einen Zug auf unseren unteren Rücken oder sogar die Schulter ausüben und dort für Bewegungseinschränkungen, Schmerzen und Unbehagen sorgen.

Gymnastik und Massagen

Mit Hilfe von Gymnastik oder anderen herkömmlichen Bewegungsarten ist es leider unmöglich, kollagene Verdickungen oder Verklebungen des Bindegewebes aufzulösen und die Faszien langfristig zu mobilisieren. Der Einfluss auf die Faszien ist äußerst gering. Muskelfaszien lassen sich jedoch sehr gut durch einen manuellen subtilen Druck lösen und mobilisieren. Verfestigte gelartige Kolloide können unter Einfluß mechanischer Kräfte vorübergehend flüssig werden. Nach der Manipulation verfestigt sich das Material wieder und bleibt dauerhaft verformt. Weiterhin gelten zahlreiche nervale Rezeptoren in den Faszien als neurologische Schaltstellen. Diese übermitteln über einen sensiblen manipulativen Druck Informationen direkt an das Nervensystem. Das kann zu einer spontanen Tonusveränderung des Gewebes führen. So kann man die Lage der Muskeln und deren Funktion im Körper nachhaltig positiv beeinflussen. 

Massage Diz - Dieter Hahn

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